Waschmittel selber machen

Waschmittel selber machen? Ist das nicht umständlich? Warum, wieso, weshalb sollte ich das tun?

Ja, selber machen! Weil es total easy ist, weil es viel viel viel günstiger ist, weil du so genau weißt, was drin ist (nämlich exakt DREI Zutaten!), weil es viel verträglicher ist, weil es trotzdem sauber wäscht, weil die Wäsche nach dem Waschen nicht parfümiert bis sonstwohin riecht, weil… Aber fangen wir einfach an! 🙂

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Das ist, was du brauchst.

Inhaltsstoffe: Kernseife (gerne öko und vegan!) und zwar 20-25 Gramm, Waschsoda (je nach Wasserhärte 3-6 Esslöffel) und Wasser (1 Liter).

Werkzeug: Wasserkocher, Küchenreibe, Schüssel(n), Schneebesen, einen alten Waschmittelkanister (1,5l), einen Esslöffel, einen Messbecher, optional Messer und Schneidebrett, wenn du die Kernseife zerteilen willst, statt die benötigte Menge ab zu reiben.

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Zunächst knöpfe ich mir die Kernseife vor. Kernseife findest du in jeder Drogerie und in jedem Bioladen. Meine ist von Sonett und somit öko und vegan. Sie kostet 89 Cent und ich kann damit VIER mal EINEN Liter Waschmittel produzieren.

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So sieht das gute Stück ausgepackt aus. Es sind 100 Gramm, ich zerteile sie in vier Stücke à 25 Gramm. 20 Gramm reichen im Prinzip aus, ich finde etwas mehr verbessert die Waschleistung und Konsistenz.

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Ich zerschneide die Seife mit einem scharfen Messer. Sie splittert zwar etwas und es wird nicht ganz exakt, aber ich mag das Zerteilen irgendwie. Alternativ kann man sie auch nur angedeutet in vier oder fünf Teile aufteilen und dann mit der Reibe immer die benötigte Menge abreiben. Oder man reibt einfach und wiegt dann mit einer Küchenwaage ab bis man 20-25 Gramm erreicht hat. Meine ist dafür leider nicht exakt genug.

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So sehen dann in etwa 25 Gramm aus.

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Das große Stück zerreibe ich mit einer feinen Küchenreibe über einer kleinen Schüssel.

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Die krümmeligen Reste vom Zerteilen werden dann mit dem Messer klein gehackt. Fühlt sich an wie eine Mischung aus Parmesan und weißer Schokolade. Riecht nur anders. Aber auch lecker!

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Die zerkleinerte Seife kommt nun in meinen Messbecher.

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Nun kommt der Wasserkocher ins Spiel. Ich erhitze etwa einen halben Liter Wasser.

Das heiße, nicht mehr kochende Wasser, wird nun auf die zerkleinerte Seife gegossen. Ein halber Liter soll es sein.

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Nun kommt der Schneebesen zum Einsatz: Kräftig quirlen, sodass sich die Seife möglichst gut im Wasser auflöst. Es entsteht eine milchige Flüssigkeit.

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Jetzt hat das Waschsoda seinen Auftritt. Auch dieses erhälst du in jeder Drogerie und auch das kostet so um einen Euro. Für 500 Gramm.

Es muss nach Härtegrad des jeweilig genutzten Wassers dosiert werden. Maximal 60 Gramm sollen rein, das entspricht 6 Esslöffeln. Hier in Berlin gebe ich 5 Esslöffel hinzu. Bedenkt bei Soda: Es ist potenziell hautreizend, also nicht mit den bloßen Finger darin herum fahren 😉 Und so niedrig wie möglich dosieren. Soda hat eine reinigende, sowie entkalkende Wirkung.
Hier könnt ihr eure Wasserhärte übrigens erfragen. Oder ihr wendet euch an eure Wasserwerke.

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So sehen dann 5 Esslöffel aus. (Und mich könnt ihr in der Löffelspiegelung obendrein auch noch erahnen 😉 )

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Wenn ihr nun die Seife gut im Wasser aufgelöst habt, wartet das Soda auf seinen Einsatz.

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Es wird einfach zur Wasser-Seife-Mischung hinzu gegeben.

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Das Waschsoda nun ebenfalls gut mit dem Rest verquirlen.

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So wird aus der ehemals milchigen Flüssigkeit vorübergehend ein wieder relativ klares Wässerchen.

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Nun kommt unser Kanister zum Einsatz. Unsere Mixtur aus Wasser, Kernseife und Soda wird umgefüllt in den Kanister.

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Sieht ja nicht gerade viel aus. Das wird aber noch!

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Nun heißt es warten. Etwa eine Stunde muss unser Gebräu nun ziehen. Dabei hin und wieder vorsichtig schütteln, vorher natürlich verschrauben. Nicht zu fest schütteln, denn es schäumt kräftig! Bei Bedarf ruhig hin und wieder den Deckel öffnen und wieder schließen, damit nicht zu viel Druck entsteht.

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Nach etwa einer Stunde kommt noch einmal ein halber Liter heißes, nicht mehr kochendes Wasser hinzu. Ich fülle den vorher benutzen Messbecher einfach erneut auf, so nutzen wir auch noch die darin verbliebenen Seifenreste vom vorherigen Durchgang.

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Hm, so richtig viel sieht es ja immer noch nicht aus. Aber: Kommt Zeit, kommt Rat.

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Für das Endergebnis müssen wir uns gedulden bis das Waschmittel gänzlich abgekühlt ist. Während die Kids malen, schüttele ich fleißig von Zeit zu Zeit das Waschmittel.

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Und siehe da! Irgendwann sieht es so aus und die Flasche scheint wirklich nahezu voll, die Flüssigkeit ist gequollen und wieder ganz milchig geworden.

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Voilà! So sieht dann das Endergebnis aus! Mein Waschmittel hat immer eine recht gelartige Textur. Das schwankt aber je nachdem wie viel Soda und Kernseife zum Einsatz kommt und auch je nach Härtegrad des Wassers. Eine gelartige Konsistenz lässt sich gut dosieren, wie ich finde. Ich nehme pro Waschgang 2-3 Verschlusskappen und habe damit saubere und sauber riechende Wäsche. Sollte euer Waschmittel sehr fest geworden sein, dann schüttelt es einmal ordentlich. Oder gebt zusätzlich noch etwas heißes Wasser hinzu.

Ihr dürft damit alle Textilien waschen, nur bitte Wolle und Seide nicht.

Dieses wunderbare Waschmittelrezept stammt übrigens von Bille Geiger. Mehr dazu erfahrt ihr hier. Sie betreibt außerdem einen tollen Onlineshop und verkauft ganz großartige Produkte, wie Stoffwindeln und Stoffbinden.

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